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Tools & Auswahl

Legal-AI-Tools auswählen: Kriterien, Vorgehen und Fallstricke

Das Wichtigste in Kürze

  • Anwendungsfälle und ein gewichteter Anforderungskatalog stehen vor jeder Demo.
  • Datenschutz, Berufsrecht und Informationssicherheit sind Ausschlusskriterien; erst danach wird gewichtet bewertet.
  • Strukturierte Praxistests mit eigenen Anwendungsfällen, Musterlösungen und Blindbewertung zeigen mehr als jede Präsentation.

Allzweck-Assistenten, spezialisierte Legal-AI-Plattformen und KI-Funktionen in bestehender Kanzleisoftware konkurrieren um dieselben Budgets. Für Kanzleien ist die Auswahl eine Entscheidung mit langer Wirkung – auf Arbeitsabläufe, Kosten und Risiken. Dieser Beitrag zeigt, nach welchen Kriterien Sie Tools bewerten, wie ein belastbarer Auswahlprozess aussieht und welche Fallstricke Sie vermeiden sollten.

Ausgangspunkt: Anwendungsfälle statt Feature-Listen

Die wichtigste Regel lautet: Beginnen Sie nicht mit dem Markt, sondern mit Ihren Anwendungsfällen. Wer Feature-Listen vergleicht, vergleicht Versprechen. Wer konkrete Aufgaben vergleicht – „Prüfe diesen Mietvertrag gegen unser Playbook“ –, vergleicht Nutzen.

Legen Sie deshalb vor dem Marktscreening drei bis fünf priorisierte Anwendungsfälle fest, beschreiben Sie sie mit beteiligten Rollen, Volumen und Qualitätsanspruch, und leiten Sie daraus Muss-, Soll- und Kann-Anforderungen ab. Wie Sie Anwendungsfälle priorisieren, beschreibt der Beitrag KI-Strategie für Kanzleien.

Der Markt ist dabei zweigleisig: Im Legal Tech Monitor 2026 des Legal Tech Verbands gaben 73 Prozent der Befragten an, einen Vertrag für Allzweck-KI zu haben; 61 Prozent haben Lizenzen für Legal-spezifische Tools erworben, wie beck-aktuell berichtet. Die Frage lautet also selten „entweder – oder“, sondern „welches Werkzeug für welche Aufgabe“.

Acht Kriterien für die Auswahl

1. Funktionalität

Deckt das Tool die priorisierten Anwendungsfälle vollständig ab – vom Hochladen über die Bearbeitung bis zur Ablage? Relevant sind der Umgang mit deutschem Recht und deutscher Rechtssprache, mit langen und gescannten Dokumenten und mit Vergleichen zwischen Fassungen sowie die Möglichkeit, kanzleieigene Vorlagen, Klauselbibliotheken und Playbooks einzubinden. Für mehrstufige Abläufe kommen Automatisierungsfunktionen hinzu (siehe Agenten und Automatisierung).

2. Integration in Word, Outlook, DMS und Kanzleisoftware

Ein Werkzeug wird genutzt, wenn es dort verfügbar ist, wo gearbeitet wird. Prüfen Sie die Einbindung in Word und Outlook, die Anbindung an das Dokumentenmanagement – einschließlich der dort hinterlegten Berechtigungen und Informationsbarrieren – sowie die Verbindung zur Kanzleisoftware, etwa für die Ablage in der richtigen Akte. Hinzu kommen Single Sign-on und dokumentierte Schnittstellen. Im Future Ready Lawyer Survey Report 2026 von Wolters Kluwer nannten 35 Prozent der Befragten aus Kanzleien Integrationsschwierigkeiten als Hürde für den KI-Einsatz.

3. Datenschutz und Berufsrecht

Der Zugang eines Anbieters zu Mandatsgeheimnissen ist nur unter den Voraussetzungen des § 43e BRAO zulässig: Erforderlichkeit, sorgfältige Auswahl, Vertrag in Textform mit Verschwiegenheitsverpflichtung und Regelung zu Unterauftragnehmern, bei Leistungen im Ausland ein vergleichbarer Geheimnisschutz. Dient eine Dienstleistung unmittelbar einem einzelnen Mandat, ist zusätzlich die Einwilligung der Mandantin oder des Mandanten erforderlich (§ 43e Abs. 5 BRAO). Datenschutzrechtlich brauchen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, Klarheit über Verarbeitungsorte und Drittlandübermittlungen sowie den vertraglichen Ausschluss des Trainings mit Kanzleidaten. Orientierung bieten die Hinweise der Bundesrechtsanwaltskammer und die Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz; Details erläutert der Beitrag Datenschutz und Berufsrecht.

4. Informationssicherheit

Fragen Sie nach anerkannten Nachweisen – etwa einer Zertifizierung nach ISO/IEC 27001 oder einem Testat nach dem C5-Kriterienkatalog des BSI – und prüfen Sie deren Geltungsbereich. Wichtig sind außerdem Verschlüsselung, die strikte Trennung der Daten unterschiedlicher Kundenorganisationen, ein differenziertes Rollen- und Rechtekonzept, Protokollierung, regelmäßige Penetrationstests und ein definierter Prozess für Sicherheitsvorfälle.

5. Ergebnisqualität und Quellen

Entscheidend ist nicht, wie überzeugend ein Ergebnis klingt, sondern ob es stimmt und sich überprüfen lässt. Eine an der Stanford University durchgeführte und im Journal of Empirical Legal Studies veröffentlichte Untersuchung fand selbst bei spezialisierten juristischen Recherchetools aus den USA Fehlerquoten zwischen 17 und 33 Prozent. Achten Sie auf nachvollziehbare Quellenangaben mit direkten Verweisen, auf den Zugang zu verlässlichen Quellen des deutschen Rechts und darauf, wie das Tool Unsicherheit kennzeichnet. Ergebnisqualität lässt sich nur im eigenen Test beurteilen, nicht in der Demo (siehe Halluzinationen).

6. Wirtschaftlichkeit

Betrachten Sie die Gesamtkosten über mindestens drei Jahre: Lizenzen, Implementierung und Integration, Schulung einschließlich der internen Arbeitszeit, Betrieb und Governance. Prüfen Sie das Lizenzmodell – pro Person, nach Volumen oder nutzungsabhängig – und Preisanpassungsklauseln. Laut Legal Tech Monitor 2026 rechnen KI-Anbieter überwiegend pro Lizenz ab; nutzungsabhängige Modelle wurden in der Erhebung kaum nachgefragt oder angeboten. Den Kosten steht der erwartete Nutzen gegenüber (siehe Nutzen von KI messen).

7. Anbieterstabilität, Roadmap und Lock-in

Der Markt für Legal AI ist dynamisch; Anbieter, Produkte und zugrunde liegende Modelle ändern sich schnell. Prüfen Sie Finanzierung und Kundenbasis, Support in deutscher Sprache und die Transparenz der Produkt-Roadmap. Ebenso wichtig ist die Frage, wie abhängig Sie werden: Lassen sich Daten, Prompts und Vorlagen exportieren? Ist die Lösung an ein einzelnes Sprachmodell gebunden? Gibt es angemessene Kündigungs- und Exit-Regelungen?

8. Usability

Akzeptanz entscheidet über Nutzen. Ein gutes Tool ist ohne lange Einarbeitung bedienbar, bietet eine deutschsprachige Oberfläche, Vorlagen und Beispiele und fügt sich in gewohnte Abläufe ein. Testen Sie die Bedienbarkeit mit den künftigen Nutzenden – Anwältinnen und Anwälten ebenso wie Sekretariat und Assistenz –, nicht nur mit dem Projektteam.

Bewertungsmatrix mit Gewichtungsbeispiel

Bewährt hat sich ein zweistufiges Verfahren. In der ersten Stufe prüfen Sie Mindestanforderungen als Ausschlusskriterien: Ein Tool, das die Vorgaben aus § 43e BRAO, der DSGVO und Ihren Sicherheitsstandards nicht erfüllt, scheidet aus – unabhängig von seinen Funktionen. In der zweiten Stufe bewerten Sie die verbleibenden Lösungen gewichtet. Die folgende Gewichtung ist ein Beispiel; jede Kanzlei legt ihre eigene fest, und zwar bevor die ersten Demos stattfinden.

KriteriumGewicht (Beispiel)LeitfrageNachweis
Funktionalität20 %Deckt das Tool die priorisierten Anwendungsfälle vollständig ab?Praxistest
Ergebnisqualität und Quellen20 %Wie richtig, vollständig und belegbar sind die Ergebnisse?Blindbewertung anhand eines Prüfrasters
Integration15 %Arbeitet das Tool in Word, Outlook, DMS und Kanzleisoftware?Technischer Test, Referenzen
Datenschutz und Berufsrecht10 %Was bietet das Tool über die Mindestanforderungen hinaus, etwa bei Verarbeitungsorten und Löschkonzepten?Vertragsunterlagen, Auftragsverarbeitungsvertrag
Informationssicherheit10 %Welche Zertifizierungen und welches Rechtekonzept liegen vor?Zertifikate, Sicherheitsdokumentation
Usability10 %Kommen Nutzende ohne lange Einarbeitung zurecht?Nutzertest, Kurzbefragung
Wirtschaftlichkeit10 %Wie verhalten sich Gesamtkosten über drei Jahre zum erwarteten Nutzen?Kostenrechnung
Anbieterstabilität und Lock-in5 %Wie belastbar sind Anbieter, Roadmap und Exit-Optionen?Gespräche, Referenzen, Vertragsklauseln

Jedes Kriterium wird auf einer Skala von 1 (unzureichend) bis 5 (sehr gut) bewertet; Punktwert mal Gewicht ergibt den gewichteten Wert. Ein vereinfachtes Beispiel mit zwei anonymisierten Lösungen:

KriteriumGewichtLösung A: PunkteLösung A: gewichtetLösung B: PunkteLösung B: gewichtet
Funktionalität20 %40,8030,60
Ergebnisqualität und Quellen20 %30,6040,80
Integration15 %50,7520,30
Datenschutz und Berufsrecht10 %40,4040,40
Informationssicherheit10 %40,4040,40
Usability10 %40,4030,30
Wirtschaftlichkeit10 %30,3040,40
Anbieterstabilität und Lock-in5 %40,2030,15
Gesamt100 %3,853,35

Lösung B liefert im Test die besseren Ergebnisse und ist günstiger. Lösung A ist dagegen funktional breiter, deutlich besser integriert und einfacher zu bedienen – und liegt mit der gewählten Gewichtung vorn. Prüfen Sie das Ergebnis auf Stabilität: Selbst wenn die Ergebnisqualität mit 30 Prozent und die Integration nur mit 5 Prozent gewichtet würde, bliebe A knapp vorn (3,65 zu 3,55). Kippt die Rangfolge dagegen schon bei kleinen Verschiebungen, lohnt eine vertiefte Diskussion im Lenkungskreis.

Vorgehen in sechs Schritten

  1. Marktscreening. Eine Longlist aus Marktübersichten, Fachveranstaltungen und dem Austausch mit vergleichbaren Kanzleien erstellen, mit den Ausschlusskriterien abgleichen und auf drei bis fünf Lösungen verdichten. Einen Überblick über Tool-Kategorien bietet die Seite KI-Tools.
  2. Gewichteter Anforderungskatalog. Muss-, Soll- und Kann-Anforderungen je Anwendungsfall formulieren, Gewichte im Lenkungskreis beschließen und die Anforderungen von Sekretariat, IT, Datenschutz und Informationssicherheit einbeziehen.
  3. Strukturierte Demos. Anbieter erhalten Ihre Szenarien vorab und demonstrieren daran – nicht an eigenen Vorzeigebeispielen. Für alle gilt dieselbe Agenda, einschließlich Fragen zu Datenverarbeitung, Roadmap und Preismodell.
  4. Praxistest mit realen Anwendungsfällen. Zwei bis vier Wochen, identische Testfälle für alle Lösungen der engeren Wahl, geeignete Testdaten, vorab definierte Musterlösungen und eine Blindbewertung durch mehrere Fachleute.
  5. Referenzen. Gespräche mit Kanzleien ähnlicher Ausrichtung und Systemlandschaft: Wie hoch ist die tatsächliche Nutzung? Wie gut ist der Support? Welche Kosten kamen überraschend? Was würden sie anders machen?
  6. Vertragsprüfung. Auftragsverarbeitung, Verschwiegenheit nach § 43e BRAO, Service-Level, Datenverwendung, Verarbeitungsorte, Haftung, Laufzeit, Preisanpassung, Exit und Datenrückgabe.

So gestalten Sie den Praxistest

  • Dieselben Testfälle, Dokumente und Prompts für alle Lösungen verwenden.
  • Testdaten ohne echte Mandatsgeheimnisse nutzen: anonymisiert, synthetisch oder ausdrücklich freigegeben.
  • Musterlösungen vorab durch erfahrene Berufsträgerinnen und Berufsträger erstellen lassen.
  • Blind und durch mindestens zwei Personen bewerten – anhand eines festen Rasters aus Richtigkeit, Vollständigkeit, Belegbarkeit und Verwendbarkeit.
  • Die gesamte Bearbeitungszeit einschließlich Prüfung und Nacharbeit messen, nicht nur die Antwortzeit des Tools.
  • Grenzfälle einbeziehen: lange Dokumente, schlechte Scans, fremdsprachige Anlagen, Fragen ohne Antwort im Dokument.
Beispiel-Prompt: identischer Testfall für alle Lösungen
Rolle: erfahrene Anwältin oder erfahrener Anwalt im Bereich [Rechtsgebiet].
Aufgabe: Prüfe den beigefügten [Vertragstyp] aus Sicht von [Partei].
1. Fasse die wesentlichen Regelungen in höchstens zehn Punkten zusammen.
2. Identifiziere Klauseln, die von unserem Standard [Playbook oder Musterklausel] abweichen, und bewerte das Risiko als hoch, mittel oder gering.
3. Nenne zu jeder Bewertung die Fundstelle im Dokument (Ziffer und Seite).
Verwende ausschließlich den beigefügten Text. Kennzeichne Unsicherheiten ausdrücklich.
Allzweck-AssistentLegal-spezifisches Tool
StärkenBreit einsetzbar, oft in die Office-Umgebung integriert, für alle Rollen nutzbarJuristische Arbeitsabläufe, Quellenbezug, Playbooks, je nach Anbieter Zugang zu Fachinhalten
GrenzenJe nach Lösung kein Zugang zu juristischen Datenbanken; Qualität hängt stark von der Eingabe abHöhere Kosten je Lizenz, engerer Einsatzbereich, zusätzlicher Integrationsaufwand
Typische AnwendungsfälleKorrespondenz, Zusammenfassungen, Übersetzungen, Protokolle, PräsentationenVertragsprüfung, Due Diligence, Recherche, Schriftsatzentwürfe
ZielgruppeGesamte Kanzlei einschließlich Sekretariat und Business ServicesPraxisgruppen mit hohem Volumen an spezifischen Aufgaben

Die Unterscheidung verschwimmt zunehmend: Allzweck-Plattformen erhalten juristische Erweiterungen, Legal-AI-Anbieter integrieren sich in Office-Anwendungen. Maßgeblich bleibt deshalb nicht die Kategorie, sondern die Leistung im eigenen Praxistest.

Kombinationen sinnvoll gestalten

In den meisten Kanzleien entsteht eine Architektur aus mehreren Schichten:

Basisschicht
Ein Allzweck-Assistent für alle Mitarbeitenden, eingebettet in die gewohnte Arbeitsumgebung.
Fachschicht
Legal-spezifische Tools für Praxisgruppen mit hohem Volumen, etwa für Vertragsprüfung oder Due Diligence.
Daten- und Integrationsschicht
Dokumentenmanagement, Wissensdatenbanken und Kanzleisoftware als Grundlage, auf die die Tools mit den richtigen Berechtigungen zugreifen (siehe Wissensmanagement).
Governance-Schicht
KI-Richtlinie, Freigabeprozess, Lizenzmanagement und Monitoring der Nutzung.

Damit die Kombination nicht in Tool-Wildwuchs mündet, braucht es eine klare Zuordnung „welches Werkzeug für welche Aufgabe“, ein zentrales Lizenzmanagement, ein einheitliches Schulungskonzept und die Regel, dass neue Werkzeuge denselben Auswahl- und Freigabeprozess durchlaufen.

Buy, Build oder Configure?

OptionWann sinnvollVoraussetzungenRisiken
Kaufen: StandardlösungVerbreitete Anwendungsfälle, schneller Nutzen gewünschtSorgfältige Auswahl und VertragsprüfungAbhängigkeit vom Anbieter, begrenzte Anpassbarkeit
Konfigurieren: eigene Assistenten, Vorlagen und Workflows auf einer PlattformKanzleispezifische Abläufe, eigene Muster und PlaybooksFachlich Verantwortliche, laufende Pflege der InhalteWildwuchs ohne Governance
Entwickeln: eigene Anwendungen über SchnittstellenDifferenzierende Leistungen, besondere Datenbestände, hohe VoluminaEntwicklungs- und Betriebskompetenz, Budget für Wartung und EvaluationHohe Folgekosten, Modellwechsel, volle Sicherheitsverantwortung

Für die meisten mittelständischen Kanzleien ist die Kombination aus Kaufen und Konfigurieren der wirtschaftlichste Weg. Eigenentwicklungen lohnen sich vor allem dort, wo eine Kanzlei mit einer Leistung am Markt differenzieren will und die Kompetenz für einen dauerhaften Betrieb aufbauen kann – häufiger in Großkanzleien. Unterschätzt werden dabei regelmäßig die Folgekosten: Modelle ändern sich, Sicherheitsanforderungen steigen, und jede Anwendung muss fortlaufend auf Qualität geprüft werden.

Typische Fallstricke

So gelingt die Auswahl

  • Anwendungsfälle und Gewichte vor den Demos festlegen
  • Mit eigenen Testfällen und Musterlösungen testen
  • Gesamtkosten über drei Jahre rechnen
  • Überschaubare Erstlaufzeiten und Exit-Regeln vereinbaren
  • Nutzende aller Rollen in den Test einbeziehen
  • Den Aufwand für Schulung und Begleitung einplanen

Typische Fehler

  • Sich vom Demo-Effekt leiten lassen
  • Feature-Listen ohne Bezug zu Anwendungsfällen vergleichen
  • Mit konstruierten Beispielen statt realistischer Aufgaben testen
  • Nur Lizenzpreise vergleichen
  • Lange Laufzeiten ohne Ausstiegsmöglichkeit unterschreiben
  • Sich ohne Alternative an ein einzelnes Modell binden

Keine Demo ersetzt den Test mit eigenen Fällen: Wie gut ein Tool ist, zeigt sich erst an der eigenen Arbeit.

Häufige Fragen

Wie viele Lösungen sollten wir vertieft testen?

In der Regel zwei bis drei. Mehr Lösungen erhöhen den Aufwand für Testfälle, Bewertung und Abstimmung, ohne die Entscheidung wesentlich zu verbessern. Die Vorauswahl leisten Marktscreening, Ausschlusskriterien und strukturierte Demos.

Reicht eine Zertifizierung des Anbieters als Sicherheitsnachweis?

Sie ist ein wichtiger Baustein, aber kein Freibrief. Prüfen Sie, ob der Geltungsbereich die tatsächlich genutzten Dienste und Standorte umfasst, und ergänzen Sie die Prüfung um die berufsrechtlichen Anforderungen nach § 43e BRAO, die eine Zertifizierung nicht abdeckt.

Sollten wir auf ein Tool warten, das alle Anwendungsfälle abdeckt?

Ein Werkzeug, das alles gleich gut kann, gibt es nicht. Sinnvoller ist eine bewusst gestaltete Kombination aus Basis- und Fachwerkzeugen mit überschaubaren Laufzeiten, die Sie bei Bedarf anpassen können.

Wer sollte an der Auswahl beteiligt sein?

Neben dem Core-Team aus Legal Tech, IT und Wissensmanagement gehören Datenschutz und Informationssicherheit, künftige Nutzende aus Anwaltschaft und Sekretariat sowie eine Partnerin oder ein Partner mit Entscheidungsbefugnis dazu. Die Gewichtung beschließt der Lenkungskreis.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. § 43e BRAO – Inanspruchnahme von Dienstleistungen
  2. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO) auf EUR-Lex
  3. Bundesrechtsanwaltskammer: Hinweise zum Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI)
  4. Datenschutzkonferenz: Orientierungshilfe Künstliche Intelligenz und Datenschutz
  5. Magesh u. a.: Hallucination-Free? Assessing the Reliability of Leading AI Legal Research Tools, Journal of Empirical Legal Studies
  6. beck-aktuell: Rechtsabteilungen nutzen KI – und erwarten das auch von Kanzleien (Legal Tech Monitor 2026)
  7. Wolters Kluwer: 2026 Future Ready Lawyer Survey Report (PDF)

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